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Aktuelles

Private Zahnzusatzversicherung – lohnt sich das?

Umfrage der Verbraucherzentralen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Verbraucherzentralen klären auf, worauf man bei Vertragsabschluß achten sollte

(VZ-RLP / 25.07.2017) Eine private Zahnzusatzversicherung ist häufig nicht notwendig: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich zunächst darüber informieren, welche Kosten ihre Krankenkasse trägt“, sagt Ursula Büsch von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Denn in den meisten Fällen sind diese Leistungen ausreichend.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen 50 Prozent Festzuschuss in der Regelversorgung – zum Beispiel bei Kronen und Brücken im sichtbaren Zahnbereich mit einer zahnfarbenen Teilverblendung oder im Seitenzahnbereich mit Nicht-Edelmetall. Die Kostenerstattung erhöht sich auf bis zu 65 Prozent, wenn der Patient ein Bonusheft nachweisen kann, das über zehn Jahre lückenlos geführt wurde. „Wünschen Patienten Zahnersatz, der über eine Regelversorgung der Krankenkassen hinausgeht, dann kann die Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein“, so Büsch. Die Verbraucherzentrale rät, sich vor dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung folgende Punkte zu vergegenwärtigen:

Kostenfalle Vorerkrankung:
Eine Zahnzusatzversicherung zahlt nicht, wenn eine Heilbehandlung bereits vor Vertragsabschluss begonnen hat. Es gibt aber auch Versicherungstarife, die bei zuvor diagnostizierten Zahnerkrankungen einspringen. Eine solche Zusatzversicherung ist jedoch teurer.

Kostenfalle Wartezeit:
Meist werden in den ersten drei oder acht Monaten nach Vertragsabschluss noch keine Kosten übernommen. Außerdem sind die Leistungen in den ersten Vertragsjahren häufig begrenzt.

Kostenfalle Erstattungsausschluss:
Manche Leistungen können je nach Tarif ausgeschlossen sein. Auch kann sich das Versprechen einer hundertprozentigen Kostenübernahme auf die Basistherapie, also die Regelversorgung, beschränken.

Kostenfalle Beitragssteigerung:
Die Beiträge steigen in den meisten Fällen mit dem Alter an – auch bei guter Zahngesundheit. Es kann sich lohnen, selbst Geld anzusparen.

Kostenfalle Kündigung:
Eine Zahnzusatzversicherung ist ein Risikovertrag: Wird der Vertrag gekündigt, sind die eingezahlten Beiträge weg.

Weitere Informationen und Spartipps zum Thema Zahngesundheit haben die Verbraucherzentralen unter www.kostenfalle-zahn.de aufgelistet.


Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentralen

Umfrage der Verbraucherzentralen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Jeder Dritte erhält vom Arzt Gratisproben
für Nahrungsergänzungsmittel

(VZ-RLP / 18.07.2017) Jeder dritte Umfrageteilnehmer hat von seinem Arzt in der Sprechstunde Gratisproben von Nahrungsergänzungsmitteln erhalten. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentralen auf der Internetseite www.klartext-nahrungsergaenzung.de. „Dieses Vorgehen der Ärzte kann nach unserer Auffassung als Verstoß gegen ihr Berufsrecht gewertet werden“, so Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Denn nicht nur der Verkauf, sondern auch die bloße Werbung für Nahrungsergänzungsmittel – wie die kostenlose Abgabe – sind grundsätzlich untersagt. Eine Arztpraxis darf kein Krämerladen für Gesundheitsprodukte sein. Wirtschaftliche Interessen am Verkauf bestimmter Mittel muss der Arzt von seinem Heilauftrag trennen.

25 Prozent der Umfrageteilnehmer haben einmalig eine Gratisprobe von Nahrungsergänzungsmitteln von ihrem Arzt erhalten, weitere zehn Prozent erhielten sogar mehrmals kostenlose Probepackungen in der Sprechstunde. Rund die Hälfte dieser Patienten (17 Prozent) hat das angebotene Nahrungsergänzungsmittel anschließend auch gekauft. „Offensichtlich verstehen Patienten die Gratisprobe häufig als ärztliche Empfehlung für den Kauf genau dieses Nahrungsergänzungsmittels“, so Umbach.

Eine solche Kaufempfehlung kann zur Verwechslung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Arzneimitteln führen. Zumal auch die Verpackungen oft ähnlich aufgemacht und die Produkte wie Medikamente als Kapseln oder Pulver angeboten werden. Nahrungsergänzungsmittel unterscheiden sich aber gravierend von Arzneimitteln: Sie sind Lebensmittel, die lediglich die allgemeine Ernährung ergänzen sollen. Arzneimittel sind dagegen dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen, zu lindern und vorzubeugen. Sie werden behördlich auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft und zugelassen. Patienten knüpfen dann vergleichbare Erwartungen an Nahrungsergänzungsmittel, die diese nicht erfüllen können und sollen.

„Vorsicht ist vor allem geboten, wenn der Arzt auf ein ganz bestimmtes Mittel drängt und nur dieses angeblich in Frage kommt“, rät Umbach. „Dann liegt ein gewerbliches Interesse des Arztes nahe.“ Betroffene Patienten können sich in solchen Fällen bei der Verbraucherzentrale beschweren oder sich direkt an die Ärztekammer ihres Bundeslandes wenden.

An der nicht repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentralen vom 10. März bis 19. April 2017 beteiligten sich 435 Verbraucher. Die ausführlichen Ergebnisse stehen unter www.verbraucherzentrale-rlp.de/umfrageergebnisse-nahrungsergaenzungsmittel-beim-arzt.

Hintergrund
Entsprechend ihrer Berufsordnung ist es Ärzten untersagt, im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit Waren abzugeben oder gewerbliche Dienstleistungen anzubieten. Diese Vorschrift soll verhindern, dass das Vertrauen der Patienten in den Arztberuf zum Verkauf von Produkten missbraucht wird. Auch der Verweis an bestimmte Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, beispielsweise die mündliche Empfehlung oder das Auslegen von Flyern bestimmter Anbieter oder die Abgabe von kostenlosen Probepackungen, ist nicht erlaubt. Auskünfte zu Produkten sind dem Arzt nur gestattet, wenn Patienten sie gezielt erbitten.


Quelle: www.verbraucherzentrale-rlp.de


IGeL-Monitor bewertet den B-Streptokokken-Test 

Was bringt der Streptokokken-Test in der Schwangerschaft?
Was bringt der Streptokokken-Test in der Schwangerschaft?Babys können sich bei der Geburt mit B-Streptokokken anstecken - womöglich mit schlimmen Folgen. Um das zu verhindern, bekommen Schwangere Antibiotika, entweder wenn ein Bakterien-Test positiv ausfällt, oder bei bestimmten Risiken. Welche Strategie ist besser? Der IGeL-Monitor bewertet den B-Streptokokken-Test im Vergleich zur Risiko-Strategie mit "unklar".

Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten herausfinden, ob es besser ist, alle Schwangeren auf B-Streptokokken zu testen und ihnen im Falle eines positiven Tests Antibiotika zu geben (Test-Strategie), oder sie nur dann zu testen, wenn bestimmte Risiken vorliegen (Risiko-Strategie). Nützlicher wäre die Strategie, bei der sich weniger Neugeborene anstecken, schädlicher wäre die Strategie, bei der mehr Frauen unnötigerweise Antibiotika bekommen. Ein Dutzend Studien konnten für die Bewertung herangezogen werden. Ergebnis: Die Test-Strategie bringt etwas mehr Nutzen, aber auch etwas mehr Schaden mit sich als die Risiko-Strategie. Die Experten des IGeL-Monitors sind deshalb der Meinung, dass sich Nutzen und Schaden die Waage halten, und sie bewerten die IGeL "Streptokokken-Test in der Schwangerschaft" mit "unklar".

Für gesunde Frauen ist eine Besiedelung mit Streptokokken der Gruppe B meist unproblematisch. Gefahr droht jedoch dann, wenn Frauen schwanger sind und die Scheide und eventuell auch das Fruchtwasser mit den Bakterien besiedelt sind. Dann kommt es vor, dass die Babys kurz vor der Geburt in der Gebärmutter, bei der Geburt in der Vagina oder kurz nach der Geburt über verunreinigte Hände mit den Bakterien in Berührung kommen und sich anstecken. Die häufigsten Folgen für die Neugeborenen sind Blutvergiftung bis hin zum septischen Schock sowie Gehirnhaut- und Lungenentzündung, seltener sind Knochenmarks- und Gelenkentzündungen. Etwa jedes dreißigste infizierte Neugeborene stirbt an den Folgen der Infektion.

Eine Übertragung der Bakterien von der Mutter auf das Baby und eine Erkrankung des Neugeborenen sind jedoch sehr selten: Bei mehr als 700.000 Geburten im Jahr 2014 in Deutschland waren über 100.000 Frauen mit B-Streptokokken besiedelt. Dies führte zu etwas mehr als 100 Infektionen bei Neugeborenen. Eine mögliche Maßnahme, Neugeborene vor den Bakterien zu schützen, besteht darin, Schwangere auf B-Streptokokken zu testen und im Falle einer Infektion kurz vor der Geburt mit Antibiotika zu behandeln. Somit lassen sich zumindest frühe Infektionen verhindern, die derzeit gut die Hälfte der Infektionen ausmachen.

Krankenkassen bezahlen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Schwangeren und Neugeborenen. Der Test auf B-Streptokokken ist dagegen eine IGeL. Der Test kostet in der Regel zwischen 10 und 30 Euro. Für den Test wird zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche ein Abstrich von der Vagina und dem letzten Stück des Enddarms genommen. Anschließend werden im Labor aus dem Abstrich Bakterien angezüchtet und bestimmt. Sind B-Streptokokken nachweisbar, werden der Schwangeren zur Geburt Antibiotika empfohlen. Alternativ zum Testen der Schwangeren wird eine Risiko-Strategie, das sogenannte risikobasierte Management, verfolgt. Dabei bekommen Schwangere immer dann Antibiotika, wenn beispielsweise eine Frühgeburt droht, ein früheres Kind infiziert war, seit einem vorzeitigen Blasensprung mehr als 18 Stunden vergangen sind und die Mutter bei der Geburt eine erhöhte Temperatur von über 38 Grad hat. Bei manchen dieser Risiken wird zusätzlich ein Streptokokken-Test durchgeführt, der dann Kassenleistung ist.

Es fanden sich zwei Übersichtsarbeiten, die der Frage nachgegangen sind, welche der beiden Strategien besser ist. Beide Übersichtsarbeiten werteten insgesamt 12 verschiedene Einzelstudien aus. Die Ergebnisse der Einzelstudien fielen unterschiedlich aus: Manche sahen den Test überlegen, manche sahen beide Strategien als gleichwertig an. Auch die Übersichtsarbeiten zogen diese konträren Schlüsse: Die eine sah die Test-Strategie klar im Vorteil, die andere sah beide auf Augenhöhe. Insgesamt ist die Datenlage schwach, da keine der Einzelstudien hohen Qualitätsansprüchen genügt. Unter dem Strich sehen die Experten des IGeL-Monitors zwar keine Belege, aber Hinweise auf einen Nutzen des B-Streptokokken-Tests im Vergleich zum risikobasierten Management.

Der B-Streptokokken-Test in der Schwangerschaft wäre schädlich, wenn er dazu beitragen würde, dass mehr Frauen unnötigerweise Antibiotika bekommen. Nur drei der in den Übersichtsarbeiten analysierten Einzelstudien berichten, wie viele Frauen jeweils mit Antibiotika behandelt wurden. Ergebnis: Etwa jede vierte Frau, die auf B-Streptokokken getestet wurde, bekam Antibiotika, aber nur jede fünfte Frau, die nach einem risikobasierte Management behandelt wurde. Da sich nur ein Bruchteil der Babys bei der Mutter ansteckt, ist der weit überwiegende Anteil der Antibiotika-Gaben unnötig. Die Einnahme von Antibiotika kann bei der Schwangeren häufige unangenehme bis seltene gefährliche Folgen haben, wie etwa allergische Reaktionen. Auch weiß man nicht, ob die Einnahme der Antibiotika bei den Neugeborenen langfristig womöglich negative Folgen hat.

Insgesamt kommen die Wissenschaftler des IGeL-Monitors zu dem Schluss, dass sich Nutzen und Schaden des B-Streptokokken-Test in der Schwangerschaft im Vergleich zur Risiko-Strategie die Waage halten.
Eine Befragung von knapp 1.300 Versicherten der Barmer GEK durch die Bertelsmann Stiftung im Jahr 2014 ergab, dass etwa 85 Prozent der Schwangeren ein B-Streptokokken-Test angeboten wurde. 75 Prozent nahmen ihn in Anspruch, 10 Prozent lehnten ihn ab. Man kann also davon ausgehen, dass ein Großteil der Schwangeren den Test, und ein kleinerer Teil das risikobasierte Management bekommt. Eine aktuelle Leitlinie deutscher Fachgesellschaften vom März 2016 empfiehlt den B-Streptokokken-Test. Zwei englische Leitlinien empfehlen ihn dagegen nicht.

Hintergrund:
Unter www.igel-monitor.de erhalten Versicherte evidenzbasierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Entwickelt wurde die nicht-kommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS). Der MDS berät den GKV-Spitzenverband in allen medizinischen und pflegerischen Fragen, die diesem qua Gesetz zugewiesen sind. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) auf Landesebene in medizinischen und organisatorischen Fragen.

Quelle: https://www.igel-monitor.de, 18.07.2017


Gut informiert in die Behandlung
Broschüre informiert über Zahnersatz

BAGP - Zahn-BroschüreKrone, Brücke, Prothese, Implantat – wenn ein Zahn so sehr geschädigt ist, dass beispielsweise eine neue Füllung nichts mehr bringt, schlägt der Zahnarzt/die Zahnärztin einen Zahnersatz vor. Dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, sowohl bei der Art der Versorgung, dem Material wie auch den Kosten. Die Verunsicherung von Patienten ist oft groß. Da meist auch ein wesentlicher Teil des Zahnersatzes von den Patienten aus eigener Tasche gezahlt werden muss, ist es hilfreich, sich bereits im Vorfeld der Behandlung zu informieren.

In der Broschüre wird z.B. erklärt:

  • worauf Patienten unbedingt bereits im Vorfeld der Versorgung achten sollten,
  • wie die Bezuschussung über die gesetzlichen Krankenkasse geregelt ist,
  • wie der Heil- und Kostenplan zu verstehen ist,
  • welche finanziellen Erleichterungen die Bonus- und Härtefallregelung bringen,
  • wie man vorgehen kann, wenn der Zahnersatz nicht richtig passt oder die Rechnung viel zu hoch ist und
  • welche Möglichkeiten es gibt, wenn man mit der Entscheidung von Kostenträgern nicht einverstanden ist.


Ganz neu sind darüber hinaus Ausführungen zu den Themenbereichen „Verdacht auf Behandlungsfehler“ sowie Ausführungen für Versicherte im Basistarif. Außerdem enthalten sind praktische Tipps, Adressen, Gerichtsurteile, Verweise auf Gesetzesgrundlagen und Richtlinien. Die Broschüre (DinA 4 mit 68 Seiten) bietet umfassende Informationen rund um die Versorgung mit Zahnersatz.

Sie erhalten Sie gegen eine Schutzgebühr von € 4.- (bei Versand € 6.-) bei der PatientInnenstelle Bremen, Braunschweiger Str. 53b, 28205 Bremen, Tel. 0421- 49 35 21, [eMail >>]


Entschädigungsfonds für Patienten
soll Gerechtigkeitslücke schließen

Patienten, die wahrscheinlich Opfer von Behandlungsfehlern wurden, gerichtlich aber keine Schadenersatzansprüche durchsetzen können, soll ein Patientenentschädigungsfonds Hilfe bringen. Das schlägt Prof. Dr. jur. Dieter Hart, Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht des Fachbereichs Rechtswissenschaften der Universität Bremen, in einem Gutachten für die Hamburger Gesundheitssenatorin vor. Auf dem 15. Deutschen Medizinrechtstag in Berlin erläutert er seine Position im Detail.

Im geltenden Arzthaftungsrecht gebe es für Patienten eine erhebliche Gerechtigkeitslücke, erklärt Hart: „Vor Gericht gehen Patienten dann leer aus, wenn ein ärztlicher Fehler eine Verletzung nur überwiegend wahrscheinlich verursacht hat; gefordert wird eine weit überwiegende Wahrscheinlichkeit. Patienten müssen sowohl den Behandlungsfehler als auch die weit überwiegende Wahrscheinlichkeit der Verursachung der Gesundheitsverletzung nachweisen. Nur selten gelingt das, wenn keine Beweiserleichterungen eingreifen.“

Ein Patientenentschädigungs- und -härtefallfonds soll, so der Vorschlag, hier einen Ausgleich schaffen, indem er Patienten bis zu einer Summe von 100.000 Euro entschädigt, in Ausnahmefällen wie etwa Geburtsschäden bis zu 200.000 Euro. Als bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts soll er durch den Bund finanziert werden. Geplant ist der Fonds vorerst als Modellversuch für eine Laufzeit von zehn Jahren. Er soll zunächst auf im Krankenhaus entstandene Schäden begrenzt sein.

Der 15. Deutsche Medizinrechtstag findet am 12. und 13. September 2014 in Berlin statt. Den Kongress moderiert Karl-Dieter Möller, ehemaliger Leiter der ARD-Rechtsredaktion.

Programm und Anmeldung:
http://www.deutscher-medizinrechtstag.de


Bremer Empfehlung zur Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Demenzerkrankungen gehören schon heute zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter und betreffen gegenwärtig in Deutschland rund 1,4 Mio. Menschen. Jährlich kommen 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Eine Behandlung im Krankenhaus ist für diese Menschen mit erheblichen psychischen Belastungen verbunden. Sie können sich schlecht an die ungewohnte Umgebung anpassen, leiden unter Angst, Unruhe und Aggressivität und sind hoch verunsichert. Durch diese Probleme kann sich der Krankenhausaufenthalt für diese Patientengruppe erheblich verlängern. Aber nicht nur für Patientinnen und Patienten mit Demenz gestaltet sich die Situation im Krankenhaus schwierig. Auch für das Krankenhauspersonal sind ältere Menschen mit Demenz eine große Herausforderung, der sie sich nicht immer gewachsen sehen. Daher hat der Senator für Gesundheit im Herbst letzten Jahres elf führende Bremer Experten und Expertinnen gebeten, Empfehlungen für den Umgang mit Demenzerkrankten im Krankenhaus zu erstellen.

Gesundheitssenator Dr. Schulte-Sasse: "Unser Gesundheitswesen ist nicht ausreichend darauf vorbereitet, demente Patientinnen und Patienten menschenwürdig und effektiv zu versorgen. Alle Beteiligten sind aufgefordert, diese Situation deutlich zu verbessern."

Die Empfehlungen des Rates wurden nun im Rahmen des Landeskrankenhausplanungsausschusses vorgestellt und von den Teilnehmern gewürdigt.
Dabei vereinbarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass das Gesundheitsressort alle zwei Jahre die Krankenhäuser strukturiert nach dem Stand der Versorgung von Menschen mit Demenz befragen wird. Hierzu hat der Expertenkreis sechs Bereiche mit unterschiedlichen Kriterien aufgezeigt, durch die eine Verbesserung der Behandlung erreicht werden kann.

So können über Fortbildungen und Hospitationen die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich erhöht werden, Angehörigen durch eine Mitaufnahme auf der Station oder spezielle Sprechstunden unterstützend eingebunden oder auch Beschäftigungsangebote für die Zielgruppe ausgebaut werden.

Weiterhin wird eine Anpassung der räumlichen Gegebenheiten an die Anforderungen der Demenzerkrankten sowie die Entwicklung spezifischer Versorgungs- und Betreuungsformen (z.B. Liasonmodell, Konsiliardienst, Einbindung ehrenamtlicher Helferinnen) empfohlen.

Im Jahr 2016 sollen die Empfehlungen von dem Experten- und Expertertinnenrat aktualisiert werden.

Die gesamten Empfehlungen im Wortlaut: DOWNLOAD (pdf, 728.6 KB)

Quelle: Senator für Gesundheit Bremen, PM vom 25.07.2014


Neue Broschüre des GBA

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine neue Broschüre über seine Arbeit aufgelegt. Vielen Bürgern ist der G-BA als wichtige Entscheidungs- und Qualitätssicherungsinstitution bislang noch unbekannt. Und oft wissen sie auch nicht, was getan wird, damit gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten hierzulande vor allem solche medizinische Leistungen erhalten, die ihnen auch wirklich einen Nutzen bringen. In einer gut verständlichen Sprache stellt die leuchtend orange A5-Broschüre anhand exemplarischer Patientengeschichten Entscheidungen des G-BA vor. Leser finden zu allen Beispielen vertiefende Informationen zu den Aufgaben des G-BA. Die Broschüre steht unter www.g-ba.de zum Download bereit und kann auch in größeren Stückzahlen in Druckversion bestellt werden [eMail >>]


Beitragsschuldenerlass GKV

Seit August diesen Jahres gilt das so genannte Beitragsschuldengesetz, das für einzelne Versichertengruppen den Erlass bzw. die Ermäßigung von Beitragsschulden und Säumniszuschlägen vorsieht. Der GKV-Spitzenverband beschloss Anfang September 2013 "Einheitliche Grundsätze zur Beseitigung finanzieller Überforderung bei Beitragsschulden". Diese wurden nun durch das Bundesgesundheitsministerium genehmigt. ... Mehr Info


ZQP-Forschungsdatenbank

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat eine interaktive Forschungsdatenbank auf seiner Internetseite veröffentlicht, die einen bundesweiten Überblick über Studienprojekte im Bereich der Versorgung hilfs-, pflegebedürftiger und behinderter Menschen ermöglicht. Aktuell sind mehr als 400 detaillierte Projektbeschreibungen in der Datenbank aufgeführt. Mit dem Aufbau des neuen Online-Dienstes will die Stiftung Wissen im Bereich Pflege sichtbarer und damit noch effizienter nutzbar machen.
dbf.zqp.de

Quelle: LVG & AFS Nds. e. V. Newsletter, 29.04.2013


Gegen Korruption im Gesundheitswesen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP) meldet sich mit öffentlicher Stellungnahme zur Anhörung im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages am Mittwoch, 17.04.2013.

Als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen und -Initiativen (BAGP) setzen wir uns seit vielen Jahren konsequent für die Interessen und Rechte der PatientInnen in Deutschland ein. Grundsätzlich ist festzustellen, dass das gesamte Gesundheitswesen in seinen Leistungsangeboten, seinen Versorgungsstrukturen und in seiner Qualität viel zu intransparent für die Nutzer ist. Wir unterstützen die vorliegenden Anträge „BT-Dr 17/12213 der Fraktion SPD, BT-Dr 17/12451 der Fraktion DIE LINKE, BT-Dr 17/12693 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN“. [BAGP-Stellungnahme herunterladen]


Knochendichtemessung:

Langjährige Forderung der Patientenvertretung zur besseren Versorgung chronisch Kranker umgesetzt

Berlin, 21.02.2013. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat heute Änderungen zur Knochendichtemessung beschlossen.
Endlich haben chronisch kranke Patientinnen und Patienten und solche mit Risiken Anspruch auf die Durchführung einer Knochendichtemessung zur Erkennung einer Osteoporose. Die Patientenvertretung hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und damit den entscheidenden Anstoß für den heute gefassten Beschluss gegeben. ... Mehr Infos


Härtere Strafen für Ärzte gefordert

Die Krankenkassen haben die Bundesregierung aufgefordert, gegen Bestechlichkeit bei niedergelassenen Ärzten vorzugehen. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es dazu gestern, strengere Vorschriften würden geprüft. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen bezeichnete die Forderung als populistisch.

... Im Land Bremen werden Korruptionsverdachtsfälle von der „Stelle für Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen“ verfolgt. „Die gemeinsame Einrichtung der Krankenkassen und der kassenärztlichen Vereinigungen hat in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 230 Fälle von Abrechnungsbetrug untersucht“, sagt AOK-Sprecher Jörn Hons. In etwa 40 Fällen seien Ärzte betroffen gewesen. „In den beiden Jahren konnten so auf zivilrechtlichem Weg insgesamt rund 1,6 Millionen Euro Schadenersatz eingeklagt werden.“...

Quelle: www.weser-kurier.de, 03.01.2013


Praxisgebühr entfällt ab 2013

Beratungsstelle des GesundheitsLaden Bremen e.V.Wegfall der Praxisgebühr bringt zwei Milliarden Euro Entlastung! Die zehn Euro Praxis-Gebühr für Arztbesuche pro Quartal fällt 2013 weg. Die Erwartung, die Gebühr könne die Zahl der Arztbesuche reduzieren, hat sich nicht erfüllt. Trotzdem müssen Patienten auch weiterhein für viele Behandlungen und Medikamente zuzahlen. ...

 


Reha in der falschen Klink

Eigentlich soll ein Reha-Aufenthalt die Gesundheit verbessern. Dass genau das Gegenteil der Fall sein kann, hat eine junge Bremerin erlebt – weil sie von ihrer Krankenkasse in die falsche Klinik geschickt wurde. Laut Patientenberatern passiert dies häufiger. ...

... Dass so etwas vorkommt, kann Edeltraud Paul-Bauer vom Gesundheitsladen bestätigen: „Die Träger wie Krankenkassen und Rentenversicherungen haben natürlich ein Interesse daran, ihre Häuser zu belegen. Und dabei kommt es auch vor, dass dies nicht immer die richtige Adresse ist“, sagt sie. „Daher ist es ganz wichtig, dass die Reha-Anträge sehr genau formuliert sind. Da muss dezidiert drinstehen, wofür die Maßnahme sein soll. Dann hat man bei einer Reklamation bessere Karten.“
Sie rät dazu, sich vor einem geplanten Aufenthalt in Selbsthilfegruppen über Kliniken zu informieren und diese in dem Antrag zu nennen. Der Wunsch müsse allerdings nicht befolgt werden, die Träger könnten nach eigenem Ermessen entscheiden. Ist man mit der bewilligten Klinik nicht einverstanden, könne man aber Widerspruch einlegen. Paul-Bauer: „Erst dort anzureisen und dann einen Klinikwechsel zu bekommen, ist weniger aussichtsreich.“ ... [mehr lesen >>]

Quelle: www.weser-kurier.de, 29.12.2012


Herzschwäche und Koronare Herzkrankheiten

Patienteninformationen in sechs Sprachen neu erschienen

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) Patienteninformationen rund um die Themen Herzschwäche und Koronare Herzkrankheit in sechs Sprachen übersetzen lassen.

Die Informationen sollen das Gespräch mit dem Arzt unterstützen, wenn Patienten nur wenig Deutsch können. Sie vermitteln wichtige Empfehlungen und geben Tipps, was Betroffene selbst tun können. Ab sofort finden Patienten Antworten auf Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch zu den drei Themen: „Herzschwäche – was für Sie wichtig ist“, „Koronare Herzkrankheit – was ist das?“ und „Koronare Herzkrankheit – Verhalten im Notfall“.

Grundlage der Informationsblätter bilden die PatientenLeitlinien des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL).

Die Patienteninformationen stehen allen Interessenten kostenlos zur Verfügung. Das ÄZQ stellt sie als doppelseitige pdf-Dokumente im DIN-A4-Format zum Download bereit. Alle Übersetzungen sowie deutsche Versionen zu 30 weiteren Themen gibt es unter:

www.arztbibliothek.de/kurzinformation-patienten
www.patienten-information.de/kurzinformation-fuer-patienten
www.kbv.de/wartezimmerinfo.html

Außerdem finden Sie die Informationen auch im KV-SafeNet unter: portal.kv-safenet.de auf der Unterseite „Downloads“.

Quelle: Patienten-Information.de der KBV, 12.12.2012


Bremer Krankenhausspiegel 2012/2013

Der neue Bremer Krankenhausspiegel 2012/2013 liegt kostenlos in Apotheken, Sanitätshäusern, Kliniken, Reha-Zentren sowie vielen Arztpraxen aus. Er kann auch im Internet unter der Adresse www.bremer-krankenhausspiegel.de heruntergeladen werden. Die Broschüre wird von der Bremer Krankenhausgesellschaft in Kooperation mit der Gesundheitsbehörde herausgegeben.

Quelle: www.weser-kurier.de, 24.11.2012

HINWEIS: Neben dem  Bremer Krankenhausspiegel gibt es  auf Bundesebene eine ausführlichere Info-Möglichkeit unter www.weisse-liste.de - Wegweiser im Gesundheitswesen.


Krank durch Medikamente

Rostock (wk). Drei bis fünf Prozent der Einweisungen von Patienten in Kliniken für Innere Medizin sind laut Wissenschaftlern Folge einer falschen Medikamente-Einnahme. „Vor allem ältere Patienten sind oft überfordert“, sagt Bernd Drewelow, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie an der Universitätsklinik Rostock. Dies gelte insbesondere dann, wenn sie an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden und deshalb unterschiedliche Medikamente einnehmen müssen.

„Eine zweite Fehlerquelle sind Ärzte, Pfleger, aber auch Apotheker, denen ebenfalls Fehler bei der Medikation unterlaufen können“, sagt Drewelow. So gebe es Verwechslungen aufgrund ähnlicher Medikamentennamen. Es kämen aber auch Fälle vor, in denen die richtigen Medikamente in falscher Dosierung eingenommen würden. Oft gebe es auch eine versehentliche Doppelmedikation durch mehrere Ärzte. Verlässliche Studien darüber, wie viele Menschen aufgrund solcher Medikationsfehler sterben, gebe es derzeit nicht.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn (BfArM) hat ein spezielles Online-Meldeformular entwickelt. Damit können Patienten dem Institut Verdachtsfälle von unerwünschten Nebenwirkungen ihrer eingenommenen Medikamente melden. Abhilfe soll auch ein neues EU-Gesetz bringen. Es zielt auf eine bessere Überwachung der Sicherheit beim Verschreiben von Medikamenten ab: Durch ein zentrales Meldesystem sollen unter anderem unerwünschte Arzneimittelwirkungen und allgemeine Fehler in der Behandlung verhindert werden. Noch sei aber nicht geklärt, wie die Statistik aufgebaut und welche Behörde die Zahlen erfassen soll, betont Drewelow. „Die neue Regelung nimmt Ärzte, medizinisches Personal, Apotheker sowie die Pharmaindustrie stärker in die Pflicht“, betont der Klinikdirektor. Er zeigte sich überzeugt, dass anhand der Statistik die Zahl der Komplikationen gesenkt werden könne.

Quelle: www.weser-kurier.de, 22.10.2012


Ärzte informieren nur unzureichend

Berlin (wk). Bei den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die Ärzte ihren Patienten gegen Bezahlung anbieten, gibt es nach Ansicht von Verbraucherschützern erhebliche Defizite. Sie verweisen dabei auf eine gestern in Berlin veröffentlichte bundesweite Online-Umfrage der Verbraucherzentralen. Demnach ist es besonders schlecht um die Aufklärung über die Leistungen bestellt. Mit individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) setzen Arztpraxen in Deutschland jährlich mindestens 1,5 Milliarden Euro um. Laut Umfrage verkaufen Ärzte Verbrauchern besonders häufig ein Glaukom-Screening auf grünen Star, Ultraschall und den PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs.

Quelle: www.weser-kurier.de, 16.10.2012

Siehe dazu auch:

Viel Werbung, wenig Aufklärung – Politik muss bei IGeL dringend handeln

Umfrage der Verbraucherzentralen zeigt Defizite bei individuellen Gesundheitsleistungen ... Quelle: http://www.vzbv.de/10463.htm, 15.10.2012


Behandlungsfehlerstatistik 2011: MDK erstellen mehr als 12.500 Gutachten - 30 Prozent der Vorwürfe bestätigt

Essen/Berlin, 05. September 2012

Wenn eine medizinische Behandlung für den Patienten nicht gut ausgeht, stellt sich die Frage: War es ein Behandlungsfehler? Patienten, die einen solchen Verdacht haben, stehen zunächst oft alleine da und sind auf unabhängigen medizinischen Sachverstand angewiesen. Nur so haben sie eine Chance, mögliche Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Allein im Jahr 2011 haben die Gutachterinnen und Gutachter des MDK 12.686 Behandlungsfehlervorwürfe begutachtet. In nahezu jedem dritten Fall (32,1%) wurde der Behandlungsfehler bestätigt. Das geht aus der aktuellen Behandlungsfehlerstatistik hervor, die der Medizinische Dienst am 5. September in Berlin vorgestellt hat.

„Als Patientinnen und Patienten wünschen wir uns die bestmögliche Behandlung und eine, die fehlerfrei ist. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Fehler gemacht werden“, so Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS). „Wenn sich betroffene Patienten an die Krankenkasse wenden, können sie vom MDK ein fundiertes fachärztliches Gutachten erhalten. Das geplante Patientenrechtegesetz stärkt diesen Anspruch der Betroffenen auf Unterstützung. Das begrüßen wir.“

Zwei Drittel, nämlich 8.509 der 12.686 Behandlungsfehlervorwürfe des Jahres 2011 richteten sich gegen Krankenhäuser (67%). Nur rund ein Drittel – 4.177 Fälle – wurde gegen einen niedergelassenen Arzt oder eine niedergelassene Ärztin erhoben (33%). Bei nahezu jedem dritten Fall (32,1%) kamen die Gutachterinnen und Gutachter des MDK zu dem Ergebnis, dass ein Behandlungsfehler vorliegt. In drei von vier bestätigten Fällen (75,1%) sahen die MDK-Gutachter es als gegeben an, dass der Behandlungsfehler für den  gesundheitlichen Schaden verantwortlich ist.

„Viele Vorwürfe bedeuten aber nicht automatisch auch viele Behandlungsfehler“, unterstreicht Prof. Dr. Astrid Zobel, Leitende Ärztin Sozialmedizin des MDK Bayern, der die Daten aller MDK gemeinsam mit dem MDS ausgewertet hat. „Die chirurgischen Fächer Orthopädie/Unfallchirurgie und die Allgemeinchirurgie werden am häufigsten mit Behandlungsfehlervorwürfen konfrontiert, gefolgt von Zahnmedizin und Gynäkologie. Im Verhältnis zur Zahl der Vorwürfe werden die meisten Behandlungsfehler aber in der Pflege, in der Zahnmedizin sowie in der Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigt.“ Rückschlüsse auf die Behandlungsqualität insgesamt sind nach Zobels Darstellung jedoch nicht möglich, da es sich um absolute Zahlen handelt, die in Relation zur Zahl der Behandlungen im jeweiligen Fach gesehen werden müssen. „Dennoch müssen wir in Zukunft unsere Analysen in den Fächern vertiefen, die eine besonders hohe Bestätigungsquote zeigen“, betont Zobel.

Was die Krankheiten betrifft, stellten die MDK-Gutachter die meisten Behandlungsfehler bei der Kniegelenks- und Hüftgelenksarthrose und bei der Zahnkaries fest. Bei den Eingriffen kamen gemäß der MDK-Statistik die meisten Fehler beim Hüftgelenksersatz vor, gefolgt von der Wurzelspitzenresektion und dem Kniegelenksersatz.

Fehlerprävention als Ziel

Bei der Beurteilung eines Behandlungsfehlervorwurfes werden alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit – von der Diagnose über die Therapie bis zur Dokumentation – unter die Lupe genommen und statistisch erfasst. Mehr als die Hälfte der Vorwürfe richteten die Versicherten 2011 gegen Therapiemaßnahmen. Tatsächlich sahen die MDK-Gutachter bei festgestellten Behandlungsfehlern den Fehler überwiegend beim therapeutischen Eingriff (41,3%), gefolgt vom Therapiemanagement (23,6%) und der Diagnose (23,1%). Erst dann folgten Dokumentations- und Aufklärungsmängel und Pflegefehler. „Nach unserer Erfahrung kommt es bei einer erheblichen Zahl von Behandlungsfehlern zu einer Verkettung von Versäumnissen“, erläutert Zobel. „Im Vergleich zeigt sich, dass sich bei manchen Krankheiten Fehlerarten häufen. Hier müssen tiefergehende Analysen ansetzen, um systematische Mängel aufzudecken und konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln zu können.“

Patientenrechtegesetz ist Schritt in die richtige Richtung

„Unser Ziel als Medizinischer Dienst ist es zu allererst, die Geschädigten interessenneutral zu unterstützen“, so MDS-Vize Gronemeyer. „Dabei bleiben wir aber nicht stehen. Wer Fehler vermeiden will, muss zunächst wissen, wo und wie sie passieren. Mit den Erkenntnissen, die wir bei der Bearbeitung der zahlreichen Fälle gewinnen, können und wollen wir dazu beitragen, Fehler zu vermeiden und die Sicherheit von Patientinnen und Patienten zu verbessern.“

Positiv bewertet Gronemeyer die Regelung des geplanten Patientenrechtegesetzes, aus der Kann-Lösung für die Krankenkassen bei der Unterstützung der Versicherten eine Soll-Vorschrift zu machen: „Als Medizinische Dienste befürworten wir die Absicht des Gesetzentwurfs, die Unterstützung von Versicherten bei der Aufklärung von Behandlungsfehlern zu einer regulären Dienstleistung auszubauen. Da wir schon heute die Institution sind, die in Deutschland die meisten Behandlungsfehlergutachten erstellt, können sich die Patientinnen und Patienten beim MDK auf eine fundierte fachärztliche Unterstützung im Schadensfall verlassen.“ Allerdings geht Gronemeyer das geplante Gesetz nicht weit genug: „Was wir im Sinne einer neuen Sicherheitskultur beispielsweise dringend brauchen, sind Regelungen zum Vertrauensschutz bei gemeldeten Fehlern, wie es sie z. B. bei den Fehlermeldesystemen in Dänemark oder den USA schon gibt.“

Hintergrund

Behandlungsfehlervorwürfe werden im MDK durch spezialisierte Gutachterteams bearbeitet. Die Gutachterinnen und Gutachter des MDK gehen bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler der Frage nach, ob die Behandlung nach dem anerkannten medizinischen Standard abgelaufen ist. Liegt ein Behandlungsfehler vor, wird außerdem geprüft, ob der Schaden, den der Patient erlitten hat, tatsächlich durch den Fehler verursacht worden ist. Nur dann sind Schadensersatzforderungen aussichtsreich. Auf der Basis des MDK-Gutachtens kann der Patient entscheiden, welche weiteren Schritte er unternimmt. Die MDK-Begutachtung umfasst neben der Beurteilung humanmedizinischer Fehler auch zahnmedizinische und Pflege-Fehler. Die Begutachtung durch den MDK ist für die Versicherten kostenfrei.

Quelle: http://www.mds-ev.de/3971.htm, Pressemitteilung 


siehe dazu auch:

BAGP-Stellungnahmen zum Patientenrechtegesetz-Entwurf

Der Bundesrat hat am 6.7.12 eine Stellungnahme zum Patientenrechtegesetzentwurf beschlossen. Mehr...
Am 2.7.12 hat die BAGP ihre Stellungnahmen zum Patientenrechtegesetz noch einmal zusammengefasst. Mehr dazu finden Sie hier (291kb, pdf) 

Quelle: http://www.gesundheits.de/bagp/